Caritas Pirckheimer
(* 21.3.1468 in Eichstätt (Oberbayern), † 19.8.1532 in Nürnberg)
Getauft wurde Caritas Pirckheimer auf den Namen der heiligen Barbara, gestorben ist sie unter ihrem Ordensnamen Caritas.
Ihre Eltern legten Wert auf Bildung und ließen ihre Töchter im Geiste des Humanismus unterrichten. Dazu gehörte vor allem des Lateinischen mächtig zu sein, um die antiken Schriften, die Werke der Kirchenväter, lesen zu können. Caritas Pirckheimer hatte 12 Geschwister.
Bereits als Kind wurde Barbara in das Klarissenkloster in Nürnberg gegeben und kam als 12jährige in die dortige Klosterschule. Mit 16 Jahren wurde sie als Novizin in die Klostergemeinschaft aufgenommen und erhielt ihren Ordensnamen Caritas, lateinisch für Nächstenliebe. Ab 1490 hatte sie das Amt der Kindsmeisterin inne und war somit Lehrerin an der Klosterschule. Ab 1503 leitete sie das Kloster als Äbtissin und reorganisierte das klösterliche Leben der 60 Nonnen. Vermittelt durch ihren Bruder Willibald trat Pirckheimer um 1500 in Kontakt zu dessen humanistischem Freundeskreis. Sie galt diesem als Inbegriff einer großen Gelehrsamkeit, sensiblen Geistigkeit und Moralität mit wahrer Frömmigkeit in idealer Einheit.
Sie dokumentierte in ihren Aufzeichnungen „Denkwürdigkeiten“ die Ereignisse der Jahre 1524 - 1528 und beschrieb darin den erfolgreichen Kampf als Äbtissin des St. Klara-Klosters in Nürnberg gegen die Auflösung des Konvents durch den evangelischen Rat der Stadt Nürnberg.
Sie widersetzte sich dem Stadtrat und Dank der Vermittlung ihres Bruders und Philipp Melanchthons und ihrer Beharrlichkeit bestand der Konvent bis 1596 weiter. 1511 malte Albrecht Dürer die damals 44-jährige Äbtissin von St. Klara in ihrem Nonnenhabit, einem schlichten, braunen Gewand mit weißem Unterkleid. Der Blick der Geistlichen drückt Würde und Ernsthaftigkeit aber auch Klugheit und Selbstsicherheit aus.
Caritas Pirckheimer starb im August 1532. Im Totenkalender des Klosters heißt es: Unsere getreue, würdige, liebe Mutter war eine Liebhaberin des göttlichen Dienstes und Handhaberin aller geistlichen Ordnung. Heute ist St. Klara zu einer offenen Citykirche umgestaltet, die 2007 generalsaniert wurde. Die Orgel, die der wohlhabende Anton Tucher 1517 dem Kloster und seiner Äbtissin Caritas Pirckheimer schenkte, ist noch heute in der Kirche zu finden.
Quellen: https://www.st-klara-nuernberg.de
https://de.wikipedia.org/wiki/Klarissenkloster
www.deutsche-biographie.de
Auszüge aus Frauen der Reformationszeit, Sonja Domröse
https://de.wikipedia.org/wiki/Klarissenkloster
www.deutsche-biographie.de
Auszüge aus Frauen der Reformationszeit, Sonja Domröse


