Friedensgebet für die Ukraine
Dielheim, dienstags 19.00 Uhr am Marktplatz an der katholischen Kirche

Willkommen im Kirchgarten

Auf einen Schwatz an der Kirche
Die Kirche ist schon immer ein Ort der Begegnung und auch der Kirchhof um die Kirche. In früheren Zeiten Friedhof der Gemeinde, ist der Ort um die Kirche heute zumeist Kirchgarten. So ist es auch rund um die Evangelische Kirche Baiertal.
Das Kirchengrundstück in Baiertal verbindet die Ortsmitte mit den Wohngebieten Kirchengrundstraße, Schule und der Sinsheimer Straße. Für viele Baiertaler ist der Gang über den Kirchbuckel Verbindungsweg oder Abkürzung.
Seitdem der alte Friedhof neben der Evangelischen Kirche in eine Rasenfläche umgewandelt ist und zu einem Parkgelände werden soll, wird auch die Rasenfläche um die Kirche von den Baiertalern immer häufiger als Ort des Ausspannens genutzt.
Aus dem Holz der zu Jahresanfang gefällten Linden wurden drei Bänke gestaltet, die eine angenehme Möglichkeit des Verweilens im Grünen bieten.
In der Zeit der Coronakrise sind viele Geselligkeiten und Begegnungsmöglichkeiten weggefallen. Nun kehrt allmählich eine vorsichtige Normalität zurück. Treffen im Freien ist eine recht sichere Form der Gemeinschaft. In Anlehnung an die Aktion „Schwätzbänkle“ des Landesseniorenrats Baden Württemberg lädt die Evangelische Kirchengemeinde Baiertal-Dielheim in ihren Kirchgarten ein.
Die Lindenbänke bieten Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen oder auch nur in der Herbstsonne etwas zu entspannen.
Umherliegender Müll und Glasscherben in den letzten Monaten haben den Kirchengemeinderat bewogen, ein Bewusstsein für den Kirchgarten und für ein verantwortungsvolles Verhalten auf dem Gelände schaffen zu wollen, damit es ein Ort bleibt, an dem sich Alt und Jung wohl fühlen können.
Die Baiertaler Grafikdesignerin Jessica Füllenbach hat zusammen mit Pfarrerin Bub und dem Kirchengemeinderat ein Begrüßungsschild entworfen, das alle an diesem Ort willkommen heißt und auf nette Weise darauf aufmerksam macht, den Kirchgarten sauber zu halten. Es braucht das gemeinsame Miteinander aller Besucher/innen, den Ort sauber zu halten und Müll, Flaschen und Zigarettenkippen in den neu installierten Mülleimer zu entsorgen.
Zur Übergabe des Schildes durch Jessica Füllenbach an Pfarrerin Bub war auch Ortsvorsteher Michael Glaser anwesend. Auch für ihn sind die Erfahrungen im Kirchgarten interessant, wenn später der alte Friedhof Parkgelände sein wird.
Matthias Flender

Ehrung für 50 Jahre kirchenmusikalisches Wirken


(fl) Am Vorletzten Sonntag im Kirchenjahr konnten wir im Gottesdienst ein besonderes Jubiläum feiern. Unsere Organistin Gerlinde Ritz wurde für ihre 50jährige Tätigkeit in der Kirchenmusik, als Chorleiterin und Organistin, geehrt.
An diesem Jubiläumstag wurde für sie musiziert. Ihr Sohn Martin Ritz, der mittlerweile auch in ihren Fußstapfen als Chorleiter und Organist in der katholischen Seelsorgeeinheit wandelt, gestaltete zusammen mit Dr. Thomas Schütte den musikalischen Teil des Gottesdienstes. Ritz, Orgel, E-Piano und Schütte, Querflöte, brachten neben Liedern aus den Gesangbüchern auch Stücke von Sicilienne von Gabriel Fauré und John Rutterzur Aufführung und setzten so eine besondere musikalische Note.
Den Gemeindegesang und alle liturgischen Gesänge sangen wie in den meisten Gottesdiensten in der Coronazeit das Ehepaar Gerlinde und Karl-Friedrich Krämer.
Pfarrerin Regina Bub, predigte über ein Wort aus der Offenbarung an Johannes (3,20): ‚Jesus Christus spricht: Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an.‘ In Anklang auf die Jubilarin fand Pfarrerin Bub die Verbindung zum Predigtext, Gerlinde Ritz habe mehrere tausendmal die Schwelle einer Kirchentür überschritten: „Sie, liebe Frau Ritz, sind hier zu Hause, im Kirchenraum, im Haus Gottes. Sie haben hier einen Platz. In den vielen Jahren, in welchen Sie dafür verantwortlich sind, dass in den Gottesdiensten in der Baiertaler Kirche die Orgel erklingt, haben Sie entscheidend dazu beigetragen, dass Menschen, die hier durch die Kirchentür hereinkommen, in dieser Kirche Heimat finden. Dafür danken wir Ihnen von Herzen.“
Den Dank der Landeskirche überbrachte Kirchenmusikdirektor Detlef Helmer in Form einer Urkunde des Landesverbands der KirchenmusikerInnen. Er verglich die Leidenschaft zur Kirchenmusik damit, von einem Virus befallen zu sein, das nicht tödlich ist, welches aber einem das ganze Leben begleitet und einem nicht mehr loslässt.
Helmer wünschte der Jubilarin, dass sie den musikalischen Geist weiter spüren und sich neu anstecken und begeistern lassen möge. Für Helmer ist Hören und Erfahren von Klängen, die die Seele bewegen, ein Wunder. Johann Sebastian Bach notierte über oder unter seinen Werken ein „Soli Deo Gloria“. Allein Gott in der Höh sei Ehr, Gott gebührt zuerst der Dank für die offenen Ohren und das offene Herz.
Schon im Kindesalter hat Gott ihr das Herz für die Orgelmusik geöffnet. In ihrer Kirchengemeinde Eschelbach hat sie die ersten Schritte zur Kirchenmusikerin gemacht. Es folgte eine Kirchenmusikalische Ausbildung durch den Bezirkskantor in Sinsheim. Dort im Kirchenbezirk machte sie dann auch erste Erfahrungen als Chorleiterin und Oranistin. Nach ihrem Umzug nach Dielheim 1987 war sie als Kirchenmusikerin und vertretend auch als Chorleiterin in der Kirchengemeinde Baiertal-Dielheim tätig.
Den Dank des Kirchengemeinderates der Evang. Kirchengemeinde überbrachte Sonja Knopf. Sie würdigte ihr Wirken an der Orgel als eine musikalische Verkündigung von Gottes Botschaft.
Am Ende des Gottesdienstes bedankte sich Gerlinde Ritz für allen Zuspruch und machte auch deutlich: „ich habe nicht nur gegeben, ich habe auch sehr viel zurück bekommen. Die Chorproben und die Gottesdienste haben mich im Glauben gestärkt und meinem Leben Richtung gegeben. Die Dienste haben mir sehr viel Freude bereitet und in schweren Zeiten haben sie mich getröstet.“

Alles hat seine Zeit - Schweren Herzens Notfällung der Linden vor der Evangelischen Kirche in Baiertal
Vor der evangelischen Kirche in Baiertal stehen zwei große Linden. Ihre Wurzeln stützen sich auch auf eine alte Mauer, die den Fußweg zwischen dem Treppenaufstieg von der Pauline-Maier-Straße zur Evangelischen Kirche und der Sinsheimer Straße begrenzt. Diese fast 120 Jahre alte Mauer droht umzustürzen. Ursache des Versagens der Mauer ist der Wurzeldruck der großen Linden, die direkt dahinter wachsen.
Im Spätsommer 2019 wurde bereits eine Notsicherung der einsturzgefährdeten Mauer unerlässlich, da die Gefahr bestand, dass die Mauer und die Linden bei starkem Wind auf das Nachbargrundstück und -gebäude fallen könnten. Wie konkret diese Gefahr ist, zeigt das Schicksal einer der Linden auf dem Alten Friedhof, die bei den letzten Frühjahrsstürmen umgestürzt ist.
Die evangelische Kirchengemeinde hat verschiedene Optionen prüfen lassen, um die Mauer wieder zu stabilisieren. Diese Optionen wurden im Herbst 2019 im Ortschaftsrat Baiertal vorgestellt. Das Problem dabei: Die Linden stehen direkt hinter der Mauer, so dass die Arbeit an der Mauer im Kernbereich ihres Wurzelwerks stattfinden muss. Jede Maßnahme an der Mauer wird also auch die Wurzeln der Linden so stark in Mitleidenschaft ziehen, dass die Arbeiten ohne Fällung der Linden nicht möglich wären. Daher ist eine „normale“ Sanierung der Mauer durch Aufgraben nicht möglich. Alternativ wurde erwogen, den öffentlichen Fußweg auszufüllen und so der Mauer ein "Gegenlager" zu geben. Allerdings verlaufen in dem Durchgang auch Stromleitungen, die dann tief in der Erde verschwinden würden. Zudem wäre in keiner Weise gesichert, ob hierdurch tatsächlich eine Stabilisierung der Linden zu erreichen wäre. Durch das Überschütten der Wurzeln kann es ebenfalls zu Schädigungen des Wurzelwerks kommen. Zudem ist eine Sanierung des Treppenzugangs zur Evang. Kirche erforderlich, da dort aufgrund der Treppenverschiebungen durch Wurzeleinwuchs erhöhte Sturzgefahr besteht. Im Zuge dieser Maßnahme muss auf jeden Fall die eine nahestehende Linde gefällt werden, da auch hierbei ein Eingriff in den Wurzelraum durch das Mauerfundament erforderlich ist. Da die beiden Linden sehr eng stehen, wird es bei der
Fällung eines Baumes zu erheblichen Stabilitätsproblemen für den anderen kommen, so dass auch bei dieser Maßnahme beide Linden nicht zu halten sind. Der Kirchengemeinderat hat diese Fakten mit Trauer um die wunderbaren Bäume akzeptiert.
Die Linden wurden bereits in den vergangenen Jahren durch Anbringen von Sicherungsbändern und Gewindestangen in der Krone stabilisiert. Da nun aber die Standfestigkeit der Bäume nicht mehr gegeben ist, war die Entscheidung aus Sicherheitsgründen unausweichlich. Die evangelische Kirchengemeinde hat daher nach gründlicher Abwägung des Für und Wider einen Antrag zur Fällung der Linden bei den zuständigen Naturschutzbehörden der Stadt und des Landkreises eingereicht. Diesem Antrag wurde zugestimmt unter Maßgabe der Neupflanzung einer Linde und der Anbringung von Nistmöglichkeiten auf dem Gelände. Das heißt, die Evangelische Kirchengemeinde wird eine junge Linde pflanzen und Nistkästen aufstellen. Nach der Prüfung der vorhandenen Nisthöhlen auf eventuelle Winterschläfer in den alten Linden müssen die Bäume zu Winterbeginn schweren Herzens gefällt werden. In den vergangenen Monaten wurde immer wieder mit Baiertaler Gemeindemitgliedern über die Problematik um die Linden an der Kirche gesprochen. Den Sachargumenten für die notwendige unausweichliche Fällung wurde Verständnis und Zustimmung entgegengebracht. Um Alternativen wurde gerungen, aber es gibt an dieser Stelle keinen anderen sinnvollen Weg. Alles hat seine Zeit.
Die Evangelische Kirchengemeinde hofft, nach einem guten Abschluss der Verhandlungen mit der Stadt Wiesloch zur Nutzung des Wichernhausgrundstücks, die auch soziale und ökologische Gesichtspunkte berücksichtigen wird, über ausreichende Mittel zu verfügen, um das Gelände um die Kirche mit neuen Ideen baulich und ökologisch aufwerten zu können und den Linden würdige „Nachfolger“ zu geben.
Für den Kirchengemeinderat Baiertal, 4. November 2020
Pfarrerin Regina Bub Dr. Christoph Messer
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