Sophie Scholl

  

(* 9. 5. 1921 in Forchtenberg/Kocher, † 1943 in München-Stadelheim)

Sophie Scholl wurde am 9. Mai 1921 im württembergischen Forchtenberg am Kocher geboren. Ihre Eltern, der liberal-demokratisch eingestellte Bürgermeister von Forchtenberg Robert Scholl und seine Ehefrau Magdalene Müller, eine ehemalige Krankenschwester, erzogen ihre Kinder in christlich-humanistischem Geist. Wie ihr älterer Bruder Hans Scholl glaubt sie während ihrer Gymnasialzeit zunächst an das von den Nationalsozialisten propagierte Gemeinschaftsideal. Sie tritt 1934 dem Bund Deutscher Mädel (BDM) gegen den Willen ihres Vaters bei. Sie übernahm dort bald Führungsaufgaben. Infolge der fortgesetzten Arbeit ihres Bruders Hans in der Bündischen Jugend wird sie von der Gestapo für einige Stunden verhaftet und verliert ihren Rang als Gruppenführerin. Nach dem Abitur 1940 beginnt sie eine Ausbildung zur Kindergärtnerin. Während ihres Arbeits- und Kriegshilfedienstes entwickelt sie bald eine Abwehrhaltung gegenüber dem nationalsozialistischen Regime. Die dort herrschende autoritäre Atmosphäre behagt ihr nicht. 1942 begann sie an der Universität München ein Biologie- und Philosophiestudium. Ihr Bruder, der in München Medizin studiert, brachte sie in Kontakt mit anderen Studenten, die sie in ihrer Ablehnung des Nationalsozialismus bestärkten. Entschlossen zur illegalen, öffentlichen Kritik, beteiligt sie sich an der Verbreitung von Flugschriften der studentischen Widerstandsgruppe “Weiße Rose“.
Im Januar 1943 ist Sophie Scholl erstmals an der Herstellung eines Flugblattes beteiligt, das unter anderem in Köln, Stuttgart, Berlin und Wien verteilt wird. Dies löst eine intensive Großfahndung nach den Verfassern der Flugblätter aus. Die Gestapo vermutete die Urheber in Münchner Studentenkreisen. Als die Geschwister Scholl am 18. Februar 1943 etwa 1700 Flugblätter verteilten, wurden sie dabei von dem Hausmeister der Universität Jakob Schmid, einem SA-Mann beobachtet und festgehalten. Die Gestapo verhaftet die Geschwister Scholl zusammen mit Christoph Probst, einem weiteren Mitglied der „Weißen Rose“. Nach dreitägigem Verhör folgt der Prozess am 22. Februar vor dem Volksgerichtshof. Gemeinsam mit ihrem Freund Christoph Probst wurden die Geschwister Hans und Sophie Scholl in einem Schnellverfahren zum Tod verurteilt und noch am selben Tag im Strafgefängnis München-Stadelheim mit der Guillotine ermordet. Nach der Hinrichtung der Studenten wurde das letzte Flugblatt der „Weißen Rose“ in England nachgedruckt und von britischen Flugzeugen über Deutschland abgeworfen.
Im Jahr 2003 wurde die ermordete Widerstandskämpferin mit einer Büste in der Walhalla, der Ruhmes- und Ehrenhalle an der Donau geehrt und damit in die Reihe deutscher Geistes- und Geschichtsgrößen aufgenommen.
Quellen: Buch marixwissen: Starke Frauen, die inspirieren und die Welt bewegen. (www.verlagshaus-roemerweg.de)
www.dhm.de/lemo/biografie/sophie-scholl