Die Stifterin Gisela Krewing-Rambausek

  
Gisela Krewing-Rambausek, geb. Krewing, ist in Babstadt, heute ein Ortsteil von Bad Rappenau mit drei Geschwistern aufgewachsen. In diesem landwirtschaftlich geprägten Dorf, in dem ihre Eltern nach dem 2. Weltkrieg gestrandet waren, verbrachte sie den Großteil ihrer Jugend.
Nach der Ausbildung zur Krankenschwester in den damals Städtischen Krankenanstalten Heilbronn wechselte sie nach Heidelberg. Nach mehreren berufsbegleitenden Weiter-und Fortbildungsjahren zur Leiterin der Pflege, arbeitete sie als leitende Pflegekraft an den Universitätskliniken Heidelberg. Die Schwerpunkte ihres Aufgabenbereiches lagen in der Organisation der Pflege und der Personalführung. Diese standen auch im Bezug zu der Begründerin der modernen Krankenpflege Florence Nightingale (1820-1910) und waren Basis ihrer Arbeit und richtungsweisend.
Schon als Kind war sie regelmäßig mit ihrem Vater draußen in der Natur unterwegs. Daraus entstanden wohl die Leidenschaft und Faszination für alles Lebende in der Natur. Nach ihrer Heirat mit dem Arzt Prof. Dr. Michael Rambausek kam sie 1982 nach Dielheim in den kleinen Ortsteil Unterhof. Dort hat sie den Mittelpunkt ihres Lebens gefunden. Als engagierte Umweltschützerin, Hobbyornithologin und Entomologin liegen heute ihre Schwerpunkte vor allem in der Kinder-und Jugendarbeit. So ist es auch nicht verwunderlich, dass in dem von ihr gestifteten Fenster neben den Frauen auch die Haubenlerche, der Distelfalter und der Admiral abgebildet sind (kleine Aufgabe, suchen Sie mal danach), ein von ihr gewollter Hinweis auf das Artensterben und den fortschreitenden Klimawandel. Menschenrechte, Chancengleichheit der Geschlechter und die uneingeschränkte Meinungsfreiheit gehören zur Basis ihres Denkens und Handelns.
Die Idee zum Frauenfenster kam Gisela Krewing-Rambausek in der Coronazeit (2020-2022) als Gottesdienste wegen der Ansteckungsgefahr ausgesetzt waren. Sie hatte Aufsichtsdienst in der Offenen Kirche zu Weihnachten. Zeit, sich auf die vorhandenen bunten Fenster zu konzentrieren, auf denen die bekannten Reformatoren in ihren Festgewändern dargestellt sind. Es kam ihr beim Betrachten der Männer die Frage: „Wo sind denn die Frauen? Wo sind die Frauen, die für ihre Überzeugung gekämpft und ihr Leben riskiert haben, die sich wiedersetzt haben, die durchgehalten haben?“ Drei dieser Frauen aus der Reformationszeit bilden die Grundlage zu den weiteren Frauengestalten, die der Künstler auf dem Fenster dargestellt hat.
Der Ausspruch „Frauen tragen die Welt“ ist für Gisela Krewing-Rambausek zu einer Überzeugung geworden.