Katharina Schütz-Zell

  

(* 1497 in Straßburg, † 5.9.1562 in Straßburg)

Katharina Schütz-Zell wurde um 1497 geboren. Ihr Vater war ein angesehener Schreinermeister und so konnte sie die Schule besuchen. Sie befasste sich schon bald mit theologischen Themen und so heiratete sie 1523 Matthäus Zell. Er war evangelischer Prediger am Straßburger Münster.
Sie hat die Priesterehe mit spitzer Feder verteidigt. Die Priester konnten ihr Amt weiter ausführen, aber sie durfte keine kontrovers-theologischen Schriften mehr verbreiten. Das Pfarrhaus der Zells entwickelte sich zum Zentrum der oberdeutschen Reformation. In dieser Zeit kamen viele Glaubensflüchtlinge in die liberale, freie Reichsstadt und fanden Aufnahme im Pfarrhaus. Katharina sorgte für sie, organisierte Unterkünfte und Verpflegung, sie arbeitete mit dem Rat der Stadt zusammen. Als 1548 ihr Mann starb hielt sie seine Grabrede. Auch weiterhin kümmerte sie sich um Randgruppen wie beispielsweise die Täufer. Sie sah Offenheit, Toleranz und die Liebe als Grundlage der Reformation. Sie lehnte es ab, dass die Ergebnisse der Reformation in Form gebracht werden sollten. Sie befürchtete den Rückfall in die "Papstkirche". Ihre tolerante Haltung machte sie noch einmal deutlich, als sie zwei Frauen der Täuferbewegung beerdigte. Eine Beerdigung stand Täufern nicht zu.
1562 starb Katharina. Auch ihr wurde von der Kirchenleitung eine Beerdigung verweigert. Ein freier Prediger hat sie beerdigt.
Sie war Pfarrfrau, Diakonin, Kommunalpolitikerin und Seelsorgerin.