200 Landeskirche in Baden -
Die Union von 1821

Veranstaltungen

 
Karlsruhe Vor 200 Jahren wurde unsere Evangelische Landeskirche in Baden durch eine Union der evangelisch-lutherischen und evangelisch-reformierten Gemeinden gebildet. Wie kam es dazu? Der neue Staat Baden war durch territoriale Umwälzungen vor und während der napoleonischen Zeit entstanden. Das Staatsgebiet verzehnfachte sich, zwei Drittel der Bevölkerung waren katholisch und das evangelische Drittel war zudem in lutherisch (v.a. im früheren Ba-den-Durlach) und in reformiert (v.a. in der Kurpfalz) getrennt. Bereits vor den staatlichen Neuordnungen ab 1815 (Wiener Kongress) hatte man in Baden eine Fusion der Kirchenverwaltungen versucht; man wollte eine einheitliche evangelische Kirche für das ganze Territorium. Das Vorbild der protestantischen Unionen ab 1817 zum 300jährigen Reformationsjubiläum in anderen deutschen Ländern motivierte das moderne Bürgertum in der Kurpfalz, die Stimme für eine Union zu erheben. Man spricht deshalb von einer „Union von oben“ und „von unten“. Ab 1818 wurde die Unionsbildung seitens der zuständigen staatlichen Behörden vorbereitet. Als die Generalsynode am 2. Juli 1821 zusammentrat – sie bestand nahezu ausschließlich aus leitenden Geistlichen, Verwaltungsjuristen und besitzenden Ständen –, war vieles gut vorbereitet: Ordnungen und Finanzen, eine Unionsurkunde mit der zwischen den evangelischen Konfessionen heiklen Frage des Abendmahls. Man fand einen klug formulierten Kompromiss in der Einsicht, dass man nicht in der „Sache“ des Abendmahles getrennt sei, nämlich der Gemeinschaft mit Christus, sondern lediglich in der jeweiligen Vorstellung. Man konnte sich gegenseitig gelten lassen und verabredete für die Zukunft nähere Klärungen, etwa in Form eines Katechismus – ein Jahrzehnt später gab es darüber heftigen Streit. Ende Juli 1821 stimmte die Generalsynode für die Union, die zum Reformationsfest 1821 in den Gemeinden im Gottesdienst vollzogen wurde. Fortan war man in Baden als Protestant schlicht „evangelisch“. Eine Staatskirche blieb man noch bis 1918. ( Hans-Georg Ulrichs)
Lesetipps: Georg Gottfried Gerner-Wolfhard, Kleine Geschichte des Protestantismus in Baden, Karlsruhe 2013; https://www.ekiba.de/html/content/badische_kirchengeschichte.html und www.unisono2021.de. Ulrich Bayer/Hans- Georg Ulrichs (Hgg.), Erinnerungsorte des badischen Protestantismus, Neulingen 2020.
Gemeindeabend und Wanderausstellung zu 200 Jahre Evangelische Landeskirche in Baden
Unter dem Motto „Miteinander auf dem Weg“ zeigt die Evang. Kirchengemeinde Baiertal-Dielheim eine Wanderausstellung in der Evang. Kirche Baiertal. Die Kirche ist vor und nach den Gottesdiensten an den Sonntagen (05.09., 12.09., 19.09.) von 9.00-12.00 Uhr geöffnet, an den Werktagen auch nach Rücksprache im Gemeindebüro / Pfarramt (06222-71015).
Am Sonntag, den 19. September findet um 17:00 Uhr in der Evang. Kirche Baiertal ein Gemeindeabend mit Dr. Uwe Hauser, Direktor des Religionspädagogischen Instituts der Evang. Landeskirche in Baden statt. Herzliche Einladung an alle Interessierte!
 

Vortrage von Dr. Uwe Hauser zu 200 Jahre Badische Landeskirche.
 
 
Wanderausstellung zur Entstehung der Badischen Landeskirche, in der Evangelischen Kirche in Baiertal vom 5. - 19 September
 
linkes Reformatorenfenster der Evangelischen Kirche Baiertal
 
 
 
Tafel über den Zusammenschluß von reformierter und lutherische Gemeinde zur Badischen Landeskirche
 
 
Vortrag Dr. Uwe Hauser